Weifang 2008

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25. International Kite Festival Weifang 2008, 19. bis 24. April 2008

Das Drachenfest in Weifang hat seinen eigenen Reiz. Die fremde Kultur und das internationale Zusammensein faszinierten so stark, dass mich die Erlebnisse von letztem Jahr nicht daran hinderten, nochmals eine Reise nach China anzugehen.

Relativ schnell waren weitere Interessierte gefunden und die Planung verlief ohne grössere Probleme. Einzig den Abstecher nach Lhasa mussten wir kurzfristig wegen den Unruhen absagen und ein Alternativ-Programm zusammenstellen. So bestiegen wir frohen Mutes und mit vielen Erwartungen zu neunt am 16. April in Zürich das Flugzeug und machten uns via Stockholm auf den Weg nach Beijing. Die ersten beiden Tage besichtigten wir einige Sehenswürdigkeiten in China’s Hauptstadt und reisten dann weiter über Qingdao nach Weifang.

Der Kontakt zu den anderen Drachenfliegern war schnell hergestellt - alle waren im selben Hotel untergebracht. Einige kannten wir schon aus den vergangenen Jahren und mit anderen kam man zum Beispiel beim Essen schnell in Kontakt. Alles war bestens, bis auf die Wettervorhersagen. Die chinesischen Bucheli’s sprachen von Regen und nochmals Regen. Leider trafen die Vorhersagen auch ein und so fand die Eröffnung am ersten Tag in einer feuchten Atmosphäre statt. Wir zogen es vor, nach dem Einmarsch der Delegationen zurück ins Hotel zu fahren und auf den Showteil zu verzichten.

Am nächsten Morgen ging es wettertechnisch identisch weiter. Wir fuhren mit unseren Drachen zum Flugfeld vor der Stadt und verkrochen uns gleich in den bereitgestellten Zelten. Ein paar wenige wagten sich unter dem Dach hervor und liessen vereinzelt ihre Drachen steigen. Die Wettbewerbe des ersten Tages wurden abgesagt, oder besser gesagt, fanden einfach nicht statt. War die Informationskultur in den vergangenen Jahren jeweils eigenwillig interessant, so war dieses Jahr noch weniger zu erfahren. Wir beschlossen gegen 14 Uhr unsere Taschen wieder zu packen und zurück zum Hotel zu fahren.

Für den Abend war ein Nachtfliegen angesagt. Als wir beim entsprechenden Platz ankamen, konnten wir noch den Abschluss eines riesigen Feuerwerks bestaunen und erleben, in wie kurzer Zeit sich tausende von Zuschauer auf den Weg nach Hause machen können. Einzig 3 Einheimische Deltas, vollgepackt mit LED’s, flogen einsam am Himmel. Unser Chauffeur wollte wohl auch lieber wieder zurück und so war auch für uns das Nachfliegen zu Ende.

Der zweite Flugtag startete wiederum im Nieselregen. Auf dem Flugfeld bildeten sich langsam Sumpfgegenden und behutsames Laufen war von Vorteil. Entgegen meinen Informationen wurden die Wettbewerbe des Vortages mit den Kategorien des zweiten Tages gemischt. Ich Depp hatte meine Wettbewerbsdrachen aber im Hotel gelassen, da ich davon ausging, dass die nicht mehr benötigt werden – selber schuld. So hatte ich mehr Zeit, anderen zuzuschauen und Gespräche zu führen. Gegen Mittag wurde es trockener, so dass doch noch einige Drachen am Himmel zu sehen waren.

Auf dem Programm für den Abend stand ein Umzug. Wir besammelten uns bepackt mit Fahnen und Team-Jacken, fuhren in die Nähe des ’Kite-Square’ und freuten uns ab der tollen Stimmung. Entlang der Strasse feierten unzählige Zuschauer und jubelten, als die Umzugswagen, Folklore-Gruppen, Musikformationen und eben wir Drachenflieger vorbeizogen.

Den Abschlusstag in Weifang verbrachten wir mit einem Ausflug in ein nahegelegenes Gebirge. Zuerst stand gemeinsames Drachenfliegen auf dem Programm. Weiter ging es in eine malerischer Umgebung mit Besuch eines kleinen Klosters. Das anschliessende Mittagessen gab nochmals Gelegenheit, sich  fremden Kulturen anzunähern. Die Rückfahrt verlief jedenfalls aussergewöhnlich ruhig – etliche begannen, ihren Rausch auszuschlafen.

Zur Siegerehrung am Abend war im Hotel geladen. Wir konnten uns einen Tisch in der Ecke ergattern und das Geschehen gelassen überblicken. Als dann aber die Sieger des Wettbewerbs ausgerufen wurden, änderte sich dies schlagartig. In der Kategorie ’Kite Flying Performance’ gewann Hans Peter mit seiner Wanze den ersten Preis. So kommt der Weltmeistertitel dieses Jahr wieder in die Schweiz – herzliche Gratulation.

Am folgenden Morgen verliessen wir Weifang. Unsere Reise führte über den Tai Shan noch X’ian. Weiter ging es für einen Teil der Gruppe ins Huangshan-Gebirge, während die anderen Shanghai und Suzhou besuchte. In Hanghzou trafen wir uns wieder und reisten zum Abschluss wieder zurück nach Beijing. Von hier aus traten wir auch die Heimreise an. Müde, glücklich und vor allem mit vielen Erlebnissen reicher erreichten wir Zürich.

Ich kann jedem nur empfehlen, möglicherweise vorhandene Vorbehalte zur Seite zu räumen und eine solche Reise selber in Angriff zu nehmen. Mein Dank gilt der ganzen Gruppe – es war super mit euch.


Bilder zum Drachenfest

 


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